Schröpfen

Schröpfen im Gesundheitszentrum Lichtenberg

Nahezu so alt wie die Menschheit und in allen Kulturen bekannt ist das Schröpfen bei Schmerzen und Verspannungen. So wurde die Behandlung beispielsweise schon 3300 v. Chr. in Mesopotamien, im klassischen Altertum und im alten China durchgeführt. Galt es dabei in der chinesischen Medizin, eine Stagnation von Blut und der Lebensenergie Qi durch das Aufsetzen von Schröpfköpfen auf den Körper aufzulösen, sollte in der Antike das Ungleichgewicht der Säfte im Inneren des Patienten aufgehoben werden.

Unterschieden wird bei diesem Naturheilverfahren zwischen blutigem bzw. nassem und trockenem Schröpfen. Bei Ersterem wird die Haut leicht angeritzt, bevor der Schröpfkopf mittels Wärme oder Unterdruck auf die Haut aufgesetzt wird. Dadurch wird Blut an die Oberfläche gesogen – ähnlich wie der mittelalterliche Aderlass in der Klostermedizin. Die Durchführung dieses etwas martialisch anmutenden Verfahrens ist Ärzten und Heilpraktikern mit spezieller Ausbildung vorbehalten.

Das trockene Schröpfen wiederum lässt sich in die Kategorien „stehend“ und „bewegend“ unterteilen. Beim stehenden Schröpfen verbleiben die Schröpfköpfe, die aus Glas, Silikon oder Plastik bestehen können, für einen längeren Zeitraum auf dem Körper. Dadurch können dunkelrote Schröpfmale entstehen, die nach einigen Tagen von selbst wieder verschwinden und keine Beschwerden verursachen. An und für sich sind diese kreisrunden Blutergüsse sogar ein gutes Zeichen: Je dunkler sie sind, umso nötiger war für den Patienten eine Behandlung.

Das bewegende Schröpfen geschieht im Sinne einer Massage – überwiegend am Rücken – und dient unter anderem zur Entspannung der Muskulatur. Dazu setzt der Therapeut den Schröpfkopf auf unversehrte Stellen auf der Haut und verschiebt diesen dann hin und her. Das hat eine stärker durchblutungsfördernde Wirkung als eine klassische Massage. Das Ergebnis ist abhängig von Bindegewebe, dem Schröpfsog und der Dauer. Nach der Anwendung sollte der behandelte Bereich warmgehalten und vor Zugluft geschützt werden.

Auch zur Narbenbehandlung kann das Schröpfen eingesetzt werden. Einerseits wird das Gewebe dadurch weicher, andererseits können Narben auch „entstört“ werden, denn wo sich Narbengewebe befindet, ist ebenso von einer Blockade im Energiefluss auszugehen.

Schröpfen löst aber nicht nur Verklebungen und Verhärtungen in den Muskeln und dem Bindegewebe, sondern kann über die Reflexzonen am Rücken auch bei organischen Problemen angewendet werden: Über den kutiviszeralen Reflex wirken die jeweiligen Hautareale entlang der Wirbelsäule positiv auf die entsprechenden Organe ein, zudem wird durch eine Behandlung das Immunsystem aktiviert und schädliche Stoffe über Lymphe und Blut abtransportiert.

Hinweis: Die Heilwirkung von Schröpfen ist durch wissenschaftliche Studien nicht bewiesen.

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