Fachübergreifende Behandlungen im Gesundheitszentrum Lichtenberg

Heute möchte ich über einen tollen Patienten aus dem Gesundheitszentrum Lichtenberg schreiben: Herr Schulze kommt seit mehreren Jahren zur Physiotherapie in unseren Standort. Am Anfang hatte der ehemalige Hobby-Ruderer Probleme mit der Achillessehne. Obwohl die Schmerzen gemindert werden konnten, verschlechterte sich sein Gangbild zunehmend.
Dann kam die Diagnose Parkinson! Das war für den 79-Jährigen natürlich ein Schock und für mich als seine Therapeutin ebenso. Aber nach kurzer Traurigkeit haben wir gemeinsam beschlossen: Es muss weiter gehen!
Anstelle der manuellen Therapie wird er nun nach dem Bobath-Konzept behandelt. Dabei geht es hauptsächlich darum, dass Herr Schulze seinen Alltag weiterhin selbstständig meistert und Spaß am Leben hat.
Unser großes Thema ist das Gehen, denn parkinsontypisch verkleinern sich die Schritte und auch die Schritthöhe vermindert sich. Dadurch steigt das Sturzrisiko. Außerdem steht Rumpfstabilität mit gleichzeitiger Beweglichkeit der Extremitäten auf dem Trainingsplan bei der Physiotherapie.
Zusätzlich wird Herr Schulze durch unsere Ergotherapeutin Frau Schulze (weder verwandt noch verschwägert) betreut. Auch in ihrer Behandlung geht es um das physiologische Gehen sowie um die Feinmotorik der Hände. Zudem wird an der Verbesserung des Gleichgewichts zur Sturzprophylaxe und der Vergrößerung des Ganzkörper-Bewegungsausmaßes nach der LSVT Big-Methode gearbeitet.
Bei gutem Wetter sind die beiden mit Walkingstöcken im Park unterwegs, denn an frischer Luft machen die Bewegungsübungen gleich doppelt so viel Spaß.
Herr Schulze sagt dazu: „Ich komme gern ins Gesundheitszentrum, denn hier bekomme ich beide Therapien, und das mit langfristig festen Terminen. Außerdem freue ich mich auf „meine Mädels“, die viel Geduld aufbringen und mit mir fleißig üben.“
Da wir nun beide Fachbereiche in unserem Haus anbieten, entsteht ein perfektes Behandlungskonzept. Die Kolleginnen von Ergotherapie und Physiotherapie tauschen sich einmal pro Woche über die gemeinsamen Patienten aus. Dabei geht es um Fortschritte oder auch Umstellungen in der Behandlung, falls etwas nicht funktioniert, um das Bestmögliche für unsere Patienten herauszuholen.

Caroline Zabel
Physiotherapeutin, Standortleitung

 

Herr Schulze und „seine Mädels“ Rita Schulze (links) und Caroline Zabel.