Auch im Alter sicher durchs Leben gehen: Kurse zur Sturzprophylaxe

Auch im Alter sicher durchs Leben gehen: Kurse zur Sturzprophylaxe

Rund die Hälfte aller Krankenhauseinweisungen der Generation 65+ beruht laut des „Instituts für Mobilität und Dialog im Alter“ auf Stürzen. Die Gründe dafür reichen von Gangunsicherheiten bis zu mangelnder Reaktionsfähigkeit. Die Folgen, besonders eine Oberschenkelfraktur, können für die Betroffenen dramatisch sein. Doch so weit muss es gar nicht kommen, denn je beweglicher und auch geistig fitter ein Mensch ist, desto geringer ist sein individuelles Sturzrisiko – und das ist keine Frage des Alters.
Wer sein Gleichgewicht erhalten oder auch verbessern will, muss es allerdings immer wieder fordern – und auch fördern. Dafür empfiehlt sich beispielsweise ein präventiver Kurs nach dem StuBS-Konzept. Diese Abkürzung steht für „Sturzprophylaxe mit Bewegung und Spaß“. Durch einen solchen Kurs erhalten die Teilnehmenden mehr Kraft, Kondition und Beweglichkeit in einem selbstständigen Alltag und regen so Körper, Geist und Seele umfangreich an.
Stattfinden kann der rund einstündige Kurs im Sitz oder im Stand, im Einzelsetting oder in geselliger Runde, am besten mit passender Musik von Walzer bis Marsch.
Zu den Inhalten gehören Methoden zur Stärkung von Reaktions- und Wahrnehmungsfähigkeit, aber auch praktische Möglichkeiten, wie Ängste ab- sowie Mut und Vertrauen aufgebaut werden können. Denn es sind nicht nur körperliche Einschränkungen und die Fallstricke des Alltags wie herumliegende Kabel, Teppichkanten oder Unebenheiten auf dem Gehweg, die das Sturzrisiko erhöhen, sondern auch Verunsicherung und Hemmungen, zu viele Medikamente, eine einseitige Ernährung, Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche oder nachlassende soziale Kontakte. Daraus wiederum resultiert Bewegungsmangel, dieser führt zu weiteren Hemmungen und Ängsten – in Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt.
Bewegung unter fachgerechter Anleitung ist also die beste Möglichkeit, um Stürzen vorzubeugen, indem Motorik, Sensomotorik, Kraft, Ausdauer und Wahrnehmung gefördert, Muskeltonus und Durchblutung reguliert sowie Koordination, Grob- und Feinmotorik verbessert werden. Aber auch um mit jeder Menge Spaß die Selbstständigkeit und Lebensfreude sowie die Teilhabe am sozialen Leben wiederherzustellen und zu fördern.

Rita Schulze, Ergotherapeutin im Gesundheitszentrum Lichtenberg