Plötzlicher Herztod: Wie kann man sich davor schützen?

 

Unter dem Motto „Plötzlicher Herztod: Wie kann man sich davor schützen?“ fanden die bundesweiten Herzwochen vom 1. bis zum 30. November 2019 mit über 1.000 Veranstaltungen statt. Das Rehazentrum Westend nahm aktiv daran teil. Grundlage der Herzwochen war die zu diesem Thema neu herausgegebene Experten-Broschüre mit Beiträgen von renommierten Kardiologen, Herzchirurgen und Pharmakologen. Im Rahmen der am 20. November erfolgten Veranstaltung wurden die zahlreichen Gäste des Rehazentrums über den plötzlichen Herztod, seine Ursachen, Auslöser und Vorboten, Therapien zur Bekämpfung der Grundkrankheiten, über die Wiederbelebung und Akuttherapie sowie psychische Probleme informiert. Nach den Vorträgen der ärztlichen Leitung Dr. Jawari und Dr. Belozerov nahmen die Besucher der Veranstaltung an den praktischen Kurz-Schulungen über die Laien-Reanimation (Herzdruckmassage/Anwendung eines Laien-AED) teil.

Die Ursachen für den plötzlichen Herztod sind vielfältig. Oft liegt eine Erkrankung der Herzkranzgefäße oder eine Herzmuskelentzündung infolge einer Virus-Infektion vor. Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen, Alkohol und Rauchen gehören zu weiteren Risikofaktoren. Bei jüngeren Menschen spielen auch erbliche Faktoren eine große Rolle. Der Verlauf ist aber immer gleich: Zuerst treten Herzrhythmusstörungen auf, die zum Kammerflimmern führen, und schließlich bleibt das Herz stehen. Die Häufigkeit des plötzlichen Herztodes lässt sich deutlich reduzieren. Die wichtigste Strategie gegen den plötzlichen Herztod besteht darin, ein erhöhtes Risiko frühzeitig zu erkennen und konsequent zu behandeln – auch wenn noch keine Herzbeschwerden vorliegen.

Patienten mit einem plötzlichen Herzkreislaufstillstand haben nur eine Chance zu überleben, wenn Zeugen vor Ort sind, die das Geschehen beobachten, richtig einschätzen und direkt nach Alarmierung der Notrufnummer (112) mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Aus Angst, etwas falsch zu machen, verzichtet die Mehrheit jedoch auf Wiederbelebungsmaßnahmen. Die Deutsche Herzstiftung fordert daher, dass jeder Erwachsene in der Lage sein sollte, einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erkennen und die notwendigen Schritte bei der Erstversorgung einer bewusstlosen Person einzuleiten. In diesem Rahmen schult das Rehazentrum seine Mitarbeiter, informiert die Patienten und unterstützt somit die Bemühungen der Deutschen Herzstiftung.

Dr. med. S. Belozerov
Ärztlicher Leiter des Rehazentrums Westend