Diabetikersport

Nachdem wir vor über 30 Jahren Berlins erste Herzsportgruppen gegründet haben, konnten wir über die Jahre auch viele Herzpatienten mit Diabetes betreuen. Menschen mit Diabetes sind zwei- bis dreimal häufiger als Stoffwechselgesunde von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. Der Typ 1- und der Typ-2-Diabetiker erleidet erheblich häufiger als andere Menschen Schlaganfälle, Herzinfarkte, periphere arterielle Verschlusskrankheiten (pAVK) oder Nierenschädigungen. Fast 90 Prozent der Typ-2-Diabetiker und etwa ein Drittel aller Typ-1-Diabetiker haben gleichzeitig einen Bluthochdruck.

Mit Sport lassen sich nicht nur Herzerkrankungen, sondern auch weitere Begleiterkrankungen von Diabetes vermeiden oder zumindest deutlich hinauszögern. In unseren speziellen Sportgruppen für Diabetiker werden Sie von besonders geschulten Therapeuten betreut. Schwerpunkt im Sport sind Ausdauertraining wie z.B. Nordic Walking und Ergometertraining sowie gezieltes Muskelaufbautraining. Das Programm ist wirkungsvoll, so dass viele unserer Diabetessportler inzwischen ihr Gewicht und Medikamentenbedarf deutlich reduziert haben.

Ihr Nutzen und Ihre Vorteile

Bewegung steigert die Insulinempfindlichkeit

Beim Typ-2-Diabetes produziert der Körper zwar noch genug Insulin, doch die Zellen können es nicht mehr richtig verwerten. Wer sich regelmäßig bewegt, steigert seine Insulinsensibilität. Erfreuliche Folge: Die Zellen reagieren auf das vorhandene Insulin wieder besser, der Blutzuckerspiegel sinkt.

Bewegung senkt den Bedarf an Medikamenten

Dank der verbesserten Insulinempfindlichkeit und dem zusätzlichen Zuckerverbrauch kommen sportliche Diabetiker mit weniger Medikamenten aus. Häufig kann sogar der Zeitpunkt hinausgezögert werden, an dem eine Insulintherapie nötig wird.

Bewegung stärkt Herz und Kreislauf

Besonders das Herz profitiert von Bewegung. Ein trainiertes Herz schlägt kräftiger und ruhiger. Moderater Ausdauersport wirkt Gefäßverkalkungen entgegen, Blutdruck und Herzinfarktrisiko sinken.

Bewegung senkt den Blutzucker

Bewegung erfordert Energie. Diese Energie wird zum größten Teil aus Traubenzucker (Glukose) bereitgestellt. Wird überschüssige Glukose aus dem Blut durch Bewegung verbraucht, sinkt der Blutzuckerspiegel.

Bewegung baut Muskeln auf und verbessert die Koordination

Regelmäßige Bewegung stärkt die vorhandene Muskulatur und baut neue Muskeln auf. Diese verbrauchen – im Gegensatz zum Fettgewebe – auch wenn sie untätig sind Energie und helfen beim Abnehmen. Durch regelmäßige Bewegung wird der Gleichgewichtssinn geschult und die Stütz- und Haltemuskulatur gestärkt. Sportliche Menschen sind sicherer auf den Beinen. Stürze werden seltener.

Bewegung verbessert die Blutfettwerte

Ausdauernde Bewegung fördert die Fettverbrennung. Dabei werden auch Triglyzeride (Neutralfette) verbrannt. Bewegung fördert zusätzlich die Bildung von „gutem“ HDL-Cholesterin, das der Gefäßverkalkung entgegenwirkt. Die Blutfettwerte können sich mitunter so verbessern, dass auf Cholesterin senkende Medikamente verzichtet werden kann.

Und nicht zuletzt: Bewegung fördert die Geselligkeit

Mit Gleichgesinnten macht Bewegung besonders großen Spaß. Man kann Erfahrungen austauschen und sich Tipps holen. Zu wissen, dass die anderen sich treffen, hilft bei der Überwindung des inneren Schweinehundes. Und vielen tut es einfach gut, unter Menschen zu sein. Spezielle Sportgruppen für Menschen mit Diabetes bieten auch für „Sportmuffeln“ den Einstieg in ein Bewegungsprogramm.

Wer bezahlt meine Behandlung?

Kostenübernahme

Die Verordnung erfolgt i.d.R. durch Ihren Hausarzt oder Facharzt für innere Medizin oder Diabetologie sowie durch die Entlassabteilungen stationärer Rehaeinrichtungen. Im Regelfall erfolgt die ärztliche Verordnung für die Absolvierung von 90 Übungseinheiten à 60 Minuten in höchstens 24 Monaten bei bis zu zwei Übungsveranstaltungen/Woche.

Wenn Sie von Ihrem Arzt eine Diabetikersportverordnung (Herzsportverordnung) erhalten haben, dann kommt Ihre Krankenkasse für die Kosten auf. Spezielles EKG-überwachtes-Ergometertraining kann als empfohlene Zusatzleistung mit einem finanziellen Eigenanteil dazu gebucht werden.

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Prävention und Rehabilitation

Sofern die Zuckerkrankheit bei Ihnen noch im Anfangsstadium ist und Sie berufstätig sind, ist auch das kostenlose Präventionsprogramm PreVental für Sie geeignet. Sofern Sie schon Beschwerden haben, kann auch eine ambulante diabetologische Rehabilitation für Sie die richtige Therapie sein.