Prävention

Das Thema Prävention – also Vorbeugung von Krankheiten – nimmt in der Medizin, aber auch in der Gesundheitspolitik und in der öffentlichen Wahrnehmung einen immer größeren Stellenwert ein. Bonusprogramme von Krankenkassen, Förderprogramme der Rentenversicherung, Präventionsgesetz der Bundesregierung usw. – viele Maßnahmen sind darauf gerichtet, das Risiko für das Entstehen von Krankheiten zu vermindern. Woher kommt diese Entwicklung und wie können wir davon profitieren?

Gesund und leistungsfähig bis ins hohe Alter?

Unsere statistische Lebenserwartung steigt stetig. Wirklich profitieren können wir davon aber nur, wenn unsere Lebensqualität dabei ebenso hoch bleibt. Mit dem Alter steigt aber das Risiko für chronische Erkrankungen, insbesondere sogenannte „Zivilisationskrankheiten“ werden aufgrund unseres Lebenswandels in Zukunft immer häufiger zum Problem: einseitige Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen und Alkohol, Stress in Beruf und Alltag sind oft unsere ungesunden Begleiter.

Erkrankungen wie Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und Arteriosklerose mit Herzinfarkt und Schlaganfall sind oft die Folge. Sie mindern nicht nur unsere Lebensqualität erheblich, sondern führen auch zu immensen Kosten im Gesundheitswesen und für die Rentenversicherung. Daher haben auch die Kostenträger ein großes Interesse, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung finanziell zu unterstützen.

Primäre und sekundäre Prävention

Für die häufigsten Erkrankungen der Menschen sind uns die Risikofaktoren, die zu diesen Krankheiten führen, sehr gut bekannt. Selten kommen sie „aus heiterem Himmel“, vielmehr kann man sie oftmals regelrecht kommen sehen. Für eine solche Analyse von individuellen Risiken ist eine sogenannte Check up-Untersuchung zusammen mit Ihrem Arzt sinnvoll.

Primäre Prävention bedeutet dabei, diese erkannten Risiken so zu beeinflussen, dass eine Erkrankung gar nicht erst auftritt. Viele Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall ließen sich so verhindern.

Sekundäre Prävention bedeutet, nach einer bereits eingetreten Erkrankung (z.B. nach Herzinfarkt) jetzt mit allen Mitteln zu verhindern, dass nochmals ein weiteres Ereignis auftritt. Hierzu stehen neben Verhaltens- und Ernährungsempfehlungen auch eine Reihe Medikamente zur Verfügung, die nachgewiesenermaßen das Risiko für erneute Krankheitsereignisse drastisch senken können (ASS, Betablocker, Cholesterinsenker usw.). Für die primäre Prävention hingegen stehen nicht Medikamente, sondern Empfehlungen zu Ihrem Lebensstil ganz im Vordergrund.

Krankheit verhindern – geht das wirklich?

Untersuchungen zum Beispiel des Robert-Koch-Instituts in Berlin zeigen auf, dass die deutsche Bevölkerung im Lauf der Jahre durchschnittlich immer dicker wird. Seit mehr als 20 Jahren steigt in allen Altersgruppen bei Mann und Frau das Körpergewicht kontinuierlich an, mittlerweile sind über die Hälfte der Deutschen übergewichtig.

Die empfohlene körperliche Aktivität von 150 Minuten pro Woche wird je nach Altersgruppe nur von 15-25% der Deutschen erfüllt. Lediglich die leicht rückläufigen Zahlen beim Nikotinkonsum geben Anlass zur Hoffnung. Mittlerweile gibt es eine Reihe von aussagekräftigen Studien, die belegen, dass ausgewogene Ernährung, Bewegung, Gewichtsreduktion bei Übergewicht und Nikotinverzicht ein gesundes Leben um viele Jahre verlängern kann.

Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko für Bluthochdruck, Diabetes und Arteriosklerose erheblich verringern. Natürlich gibt es keine Garantie für ein sorgenfreies Leben, aber die Wahrscheinlichkeit für eine gute Lebensqualität können wir durch gesundheitsbewusstes Verhalten maßgeblich positiv beeinflussen.

Was ist zu tun?

Um Menschen bei einer gesunden Lebensweise zu unterstützen, haben inzwischen Krankenkassen und Rentenversicherung zahlreiche Programme aufgelegt. Dabei soll auf spezielle Aspekte des Lebensstiles genauer eingegangen werden: regelmäßige körperliche Bewegung durch Sport und Ausdauer-Training, Anleitung zu Möglichkeiten der Stressbewältigung, Tipps und Tricks für eine ausgewogene gesunde Ernährung, Verzicht auf Nikotin und Reduktion des Alkoholkonsums.

Auch das Rehazentrum Westend beteiligt sich in Kooperation mit Krankenkassen und der Deutschen Rentenversicherung an verschiedenen Präventionsprogrammen (wie beispielsweise unserem von der Rentenversicherung vollständig finanzierten Gesundheitsprogramm PreVental), zu denen Sie um Ihrer Gesundheit Willen herzlich eingeladen sind. Weiterhin bieten wir zertifizierte Präventionskurse an.